Ein Moorbeet anlegen

Ein Moorbeet anlegen

Viele Beerensträucher bevorzugen einen sauren Boden (niedriger pH) und wachsen natürlicherweise z.B. in Nadelwäldern oder Mooren. Um einen solchen bodensauren Standort zu imitieren und Beeren wie Heidelbeere, Preiselbeere und Kranbeere (Cranberry) anzupflanzen, kann man sich mit Nadelholzschnitzeln behelfen.

Vielleicht ist euch schon einmal aufgefallen, dass wenn man durch einen reinen Nadelwald läuft, praktisch kein Unterwuchs vorhanden ist. Der Waldboden unter den Nadelbäumen ist praktisch unbewachsen, im Gegensatz zum Waldboden in einem Misch- oder Laubwald. Das liegt daran, dass die abgefallenen Nadeln der Bäume den Boden sauer machen und für viele Pflanzen ist ein saurer Boden nicht geeignet.

Viele Beerensträucher benötigen aber genau diesen sauren Boden um gut zu gedeihen. Unsere Nadelwälder zum Beispiel sind voll von Heidelbeeren, meist am Waldrand oder an Waldlichtungen, wo genügend Sonne hinkommt.

Nicht nur die Nadeln, sondern auch das Holz der Nadelbäume bewirken eine Versauerung des Bodens. Um also erfolgreich und natürlich Beeren zu Hause im Garten anzupflanzen, kannst du dir ein Beet aus Nadelholzschnitzeln aufbauen. Die Schnitzel sollten im Schnitt nicht all zu gross sein (ca. 5-10cm) und am besten schichtet man mindestens 30 cm davon auf dem Beet auf. Kleinere Äste mit Nadeln können ebenfalls darunter gemischt werden. Soll das Beet nicht zu stark in die Höhe gehen, kann alternativ auch erst ein Grube gegraben werden, die dann mit den Schnitzeln gefüllt wird (deutlich aufwändiger!).

Nadelholzschnitzel kann man beim lokalen Forst bestellen. Sobald das Beet fertig aufgeschichtet ist, sollte man es mindestens 6 Wochen ruhen lassen. Die Nadelholzschnitzel enthalten nämlich Gerbstoffe, die andere Pflanzen abtöten (ein Selbstschutz in der Natur). Gut geeignet ist der Herbst um ein solches Beet anzulegen. So hat es über den Winter Zeit sich zu setzen, Gerbstoffe abzubauen und der natürliche Verrottungsprozess wird langsam in Gang gesetzt. Die Holzschnitzel werden durch Pilze und Bodelebewesen langsam zersetzt und setzen so Nährstoffe für unsere Beeren frei.

Die Einpflanzung der Beeren empfiehlt sich im Frühling, sobald der Boden nicht mehr gefroren ist. Um die Beerensträucher einzupflanzen schafft man entsprechend grosse Löcher zwischen den Holzschnitzeln. Oder noch einfacher gehts wenn man während des Aufschichten der Holzschnitzel im Herbst gleich Blumentöpfe miteingräbt. Die Blumentöpfe dienen so als Platzhalter und können im Frühling einfach aus dem Moorbeet herausgehoben werden und am frei gewordenen Platz kann ein Beerenstrauch gepflanzt werden. Da die Verrottung der Holzschnitzel ein langsamer Prozess ist, gibt man den Beerensträucher eine kleine Starthilfe in Form von saurer Erde (bitte Torf-frei!!) mit ins Pflanzloch. Darin können sich die Wurzeln entfalten und tragen dann selbst zur Umwandlung der Holzschnitzel in Nährstoffe bei.

Die Holzschnitzel des Moorbeet werfen nun über Jahre Nährstoffe ab für die Pflanzen, die darauf wachsen. Der Unterhalt beschränkt sich grösstenteils darauf das Moorbeet alle paar Jahre wieder mit neuen Nadelholzschnitzeln, Nadeln oder feinen Ästen zu "füttern". Der Standort des Moorbeets sollte halbschattig sein, sprich, wie zu Beginn erklärt, den Bedingungen eines Waldrandes oder einer Waldlichtung nahe kommen. Durch die vielen Zwischenräume und Schlupflöcher ist das Moorbeet auch ein tolles Element um die Artenvielfalt zu fördern. Verschiedenste Insekten, Spinnen, Eidechsen und Blindschleichen fühlen sich darin (aus eigener Erfahrung) sehr wohl.